Die Körperhauptschlagader (Aorta) beginnt am Ausgang der linken Hauptkammer (Ventrikel) und ist von diesem durch die Aortenklappe getrennt. Die Aorta setzt sich zusammen aus dem aufsteigenden Teil (Aorta ascendens), dem Bogen mit einer 180º-Drehung (Aortenbogen) und dem absteigenden Teil (Aorta descendens), der sich bis zu der Aufzweigung in die Beckenarterien fortsetzt. Wie alle Blutgefäße des menschlichen Körpers besteht die Wand der Hauptschlagader aus drei verschiedenen Schichten.
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Erkrankungen der Aorta
Es gibt verschiedene Erkrankungen, bei denen der Aufbau der Wandschichten verändert ist zum Beispiel beim Marfan-Syndrom - oder es kommt, bedingt durch einen schlecht eingestellten Bluthochdruck, zu einer deutlich höheren Belastung der Gefäßwand. Man unterscheidet zwischen einer Erweiterung der Körperhauptschlagader (Aneurysma) und einem Einriss von Teilen der Gefäßwand (Aortendissektion). Beide Erkrankungen bedürfen immer einer Operation, wenn der aufsteigende Teil der Schlagader und der Aortenbogen betroffen sind. Ist nur der absteigende Teil betroffen, kommen auch andere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht und eine Operation ist oftmals nicht notwendig.
Aortenaneurysma
Bei einem ‚Aneurysma‘ kommt es zu einer Ausdünnung der Gefäßwand und dadurch zu einer Zunahme des Gefäßdurchmessers. Man muss diesen Befund regelmäßig kontrollieren lassen. Bei einer deutlichen Größenzunahme auf einen Durchmesser von mehr als 5 cm sollte dieser Teil der Schlagader ersetzt werden, da es sonst zu einem Einriss der Wandschichten kommen kann.

Aortendissektion
Bei einer Aortendissektion handelt es sich um eine akute, lebensbedrohende Erkrankung, bei der es zu einem Einriss eines Teils der Gefäßwand kommt. Die häufigste Ursache dieser Erkrankung in Mitteleuropa ist ein schlecht eingestellter Bluthochdruck. Als Folge des Einrisses kann sich das Blut neben dem normalen Weg durch die Schlagader einen zweiten Weg zwischen den Wandschichten suchen, was wiederum weitere Einrisse verursachen kann. Ohne eine Operation würde diese Erkrankung in den allermeisten Fällen zum Tode führen, da es zu einem kompletten Einriss aller Wandschichten kommen kann und der Patient innerlich verbluten würde.
Operation
Die Länge der zu ersetzenden Schlagader richtet sich nach der Ausdehnung der Erkrankung. Bei der Operation wird das betroffene Stück durch eine Gefäßprothese ersetzt. Man wird jedoch immer versuchen, so wenig wie möglich zu entfernen. In vielen Fällen ist auch die Aortenklappe mitbetroffen und muss ebenfalls ersetzt werden. Bei allen Operationen, die den aufsteigenden Teil der Schlagader betreffen, wird die Herz-Lungen-Maschine (HLM) eingesetzt. Während dieser Zeit wird der gesamte Körper abgekühlt, um so einen besseren Schutz aller wichtigen Organe und des Gehirnes zu erreichen. Ist es zu einem Einriss der Gefäßwand gekommen, so wird für eine kurze Zeit der gesamte Kreislauf angehalten, damit man auch den Aortenbogen begutachten kann.
