Der Herzfrequenz wird bei jedem Menschen durch einen inneren Impulsgeber im Bereich des rechten Vorhofs des Herzens erzeugt (Sinusknoten). Dieses Signal wird mit einer gewissen Zeitverzögerung über spezielle Bahnen (‚Reizleitungssystem‘) zu den Hauptkammern weitergeleitet. Diese Koordination der Schlagabfolge von Vor- und Hauptkammer ist notwendig, damit das Herz mit jedem Schlag möglichst viel Blut in den Kreislauf pumpen kann. 

Herzschrittmacher-Warum?

Kommt es nun durch eine Erkrankung des Herzens zu einer Störung des Reizleitungssytems, so können daraus Herzrhythmusstörungen entstehen. Diese beruhen auf einer Beeinträchtigung entweder der Impulsgebung oder der Signalweiterleitung. Einige Formen von Rhythmusstörungen werden vom Patienten überhaupt nicht bemerkt, andere können eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen – wie zum Beispiel Schwindel, Ohnmachtsanfälle, Atemnot – und manche können lebensbedrohlich werden. In vielen Fällen bessern sich die Rhythmusstörungen oder verschwinden völlig, wenn man die zu Grunde liegende Erkrankung behandelt. Sollte das nicht ausreichen, ist eine gezielte Therapie mit Medikamenten oder in machen Fällen der Einbau (‚Implantation‘) eines Herzschrittmachers oder eines Defibrillators notwendig.

Funktion

Die Aufgabe des Herzschrittmachers besteht darin, das eigene Herz zu stimulieren, falls es zu langsam schlagen sollte. Ein zu langsamer Herzschlag kann Folge einer Schädigung des Reizleitungssytems sein.

Indikationen für die Therapie mit Schrittmachern

Bei der Verwendung von temporären, also dem kurzfristigen Einsatz von Schrittmachern, sollte den akuten Herzrhythmusstörungen (HRST), wie z.B. den akuten Überleitungsstörungen mit hochgradiger Bradykardie, d.h. einer Verlangsamung der Herzfrequenz unter 40 Schläge pro Minute, dem kardiogenen Schock oder der Digitalisintoxikation(eine Vergiftung mit Digitalis) vorbehalten bleiben. Hier gilt der Grundsatz, dass die Therapie so früh wie nötig und so kurz wie möglich durchgeführt wird.

Vor der Implantation eines permanenten Schrittmachersystems sollte eine genaue Diagnostik (Medikamentenanamnese, Ruhe-, Belastungs- und Langzeit-EKG, Anamnese) im Vordergrund stehen und die klinische Symptomatik als wesentliches Kriterium Berücksichtigung finden. Klare Symptome bei primär zugrundeliegenden HRST sind Schwindel, Abgeschlagenheit, Leistungseinschränkungen bei Belastung, Adam-Stokes-Anfälle oder eine Herzinsuffizienz.
 

Absolute Indikationen für eine Herzschrittmacherimplantation
  • pathologische (kritische) Bradykardien mit klinischer Symptomatik
  • gravierende oder intermittierende Leitungsstörungen auch bei asymptomatischen Patienten
  • Kombinationen von bradykarden und tachykarden (Herzfrequenzbeschleunigung auf mehr als 100 Schläge pro Minute), Arrhythmien
  • unzureichende Herzfrequenzsteigerungen bei Belastung auch bei ausreichender Ruhefrequenz (chronotrope Inkompetenz)